E-Mail im Dienstgebrauch: unterschätzt oder überbewertet?
Nov 6th, 2008 | By Andreas Göbel | Category: Branchenreport | Trackback URLNoch nicht einmal 30 Jahre alt, ist die E-Mail bereits heute in vielen Unternehmen unverzichtbarer Bestandteil der Kommunikation. Die Vorteile liegen auf der Hand: E-Mails sind innerhalb von Sekunden verschickt, der Anhang von Dokumenten ist problemlos möglich und der Empfänger kann sich einteilen, wann er die Anfragen bearbeitet. Kaum ein Unternehmen kann es sich so heute noch leisten, auf die elektronische Post zu verzichten. Da mag es verwundern, dass offizielle Studien zu diesem Thema eher dünn gesät sind.
Zumindest teilweise Abhilfe schafft die jüngste Erhebung, die vom Bitkom-Verband in Auftrag gegeben wurde. Diese zeigt, wie stark die E-Mail bereits in der internen und externen Kommunikation von Unternehmen verankert ist: 92 Prozent der E-Mail-Nutzer gaben an, darauf im Beruf nicht mehr verzichten zu können. Die meisten Befragten bestätigten, dass sie ihr Mail-Account mehrmals täglich prüfen. Der Durchschnittsangestellte liest so bis zu zwanzig eingehende Mails am Tag.
Widersprüchliche Ergebnisse liefert die neue Umfrage in Bezug auf die Arbeitseffizienz, die durch E-Mails erreicht wird. Die meisten befragten Personen verneinten die Frage, ob durch den Einsatz der elektronischen Nachrichten Ihre persönliche Leistungsfähigkeit erhöht wird (63 Prozent). Bei einer Studie aus dem Jahr 2002 waren sich noch 70 Prozent der Befragten einig, dass die Effizienz ihrer Arbeit durch das neue Medium spürbar gestiegen sei. Offenbar weicht die Euphorie, die jahrelang die Berichterstattung beherrscht hat, nun einer eher nüchternen Einschätzung, was die Leistungsfähigkeit des neuen Mediums angeht. Zukünftige Studien werden sich damit beschäftigen müssen, ob es an der stetig ansteigenden Flut von Spam-Mails liegt oder an der schlichten Erkenntnis, dass manche Dinge doch einfacher im persönlichen Gespräch geklärt werden können.

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