Keine Demenz: Zurück in die Vergangenheit von Websites
Oct 25th, 2008 | By Benjamin Knöfler | Category: Branchenreport | Trackback URLStellen Sie sich doch einfach mal vor, sämtliche Schandtaten Ihres Lebens würden minutiös aufgezeichnet und wären auch nach Jahren noch öffentlich abrufbar. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Diese Woche wollte ein Kunde von mir wissen, warum seine ‘alte’ Webseite im längst überholten CI auch nach Monaten noch gefunden werden kann. Die Antwort ist ganz einfach: Das Web vergisst nie. Da hilft es auch nicht, wenn man die Inhalte vom eigenen Server längst verbannt hat.
‘waybackmachine’ heißt ein Service, der die Vergangenheit des Internets wieder zurück auf den eigenen Bildschirm holt. Was in diesem Szenario als Fluch wirkt, kann bei anderer Gelegenheit ein Segen sein. Was beispielsweise, wenn man in einem Rechtsstreit nachweisen müsste, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt auf einer bestimmten Homepage zugänglich waren – oder eben auch nicht? Die Suchmaschine der Vergangenheit macht das möglich, weil sie Abbilder der Seiten fertigt und verwahrt. Freilich können bei derartigen Kopien mal ein paar Bilder (teilweise sogar alle) verloren gehen, aber zumindest das Grundgerüst, die html-Struktur, bleibt erhalten.
Auch für die Recherche sind die Website-Kopien eine interessante Hilfestellung. So lässt sich erkennen, wie sich Unternehmen im Laufe der Zeit ausgerichtet haben. Das Internet verrät also meist mehr, als man selbst denkt, wenn der Benutzer die hohe Kunst des Zwischen-den-Zeilen-Lesens beherrscht. Probieren Sie die Zeitreise doch einfach mal aus: Unser bürosport blog ist schon seit einigen Tagen nur noch eine Kategorie innerhalb dieses Blogs. Mit einem Klick auf http://web.archive.org/web/20020101000000-20080421153850/http://www.buerosportblog.de/ wird aber eine Version vom März 2007 zu neuem Leben erweckt. Hätten Sie die Seite erkannt? Wie man seine eigenen Seiten aus dem Index der ‘waybackmachine’ raushält wird übrigens kurz und prägnant auf blogix.net erklärt.

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