Twitter erobert die Welt: Auch Firmen sollten zwitschern

Dec 22nd, 2008 | By | Category: Gedankendialog | Trackback URL

Was kann man schon auf nur 140 Zeichen erklären? Sicher nicht die ganze Welt, doch weit mehr als man vielleicht glaubt. 140 Zeichen sind genau der Platz, der in einem einzelnen tweet – so nennt man die Einträge im Micro-Blogging-Tool twitter – zur Verfügung steht. Der Webdienst hat anno 2008 seinen absoluten Durchbruch geschafft und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es in diesem Jahr kein Kommunikationsmedium im Internet gab, das mehr Beachtung gefunden hat.

2006 kannte twitter (zu Deutsch: Gezwitscher) praktisch noch kein Mensch. Heute nutzen laut Anbieter weltweit mehr als sechs Millionen User diesen Dienst. Warum? Weil er einfach ist, aktuell und mobil. Drei Argumente, die auch immer mehr Journalisten überzeugen. Vor allem die Online-Redaktionen von Leitmedien wie Tagesschau, Zeit oder jüngst auch Spiegel machen sich das Angebot zunutze, in den Marketingabteilungen deutscher Unternehmen hinkt man hingegen noch hinterher: Kaum einer der DAX notierten Konzerne zwitschert.

Dabei wächst die twitter-Gemeinde unaufhaltsam und wird damit auch für den Kundendialog immer interessanter. Informationen lassen sich über diesen Kanal sekundenschnell verbreiten. Technisches Know-how? Wird quasi nicht gebraucht. Wer eine SMS schreiben kann, der bewerkstelligt das Updaten bei twitter im Schlaf – gern auch von unterwegs. Mit einem smartphone oder einfach per Short Message Service (eben der SMS) hält man alle Follower – also alle jene, die die eigenen tweets abonniert haben – auf dem aktuellen Stand. So passiert auch am 26. November 2008, als Augenzeugen von den Überfällen der Terroristen in Bombay berichteten und das Micro-Blogging-Tool weiter an (zugegeben trauriger) Popularität gewann.

Als Werkzeug für den Graswurzeljournalismus ist twitter freilich umstritten, doch im Customer Relationship Management eröffnet der im US-amerikanischen Kalifornien entwickelte Dienst neue Möglichkeiten: Er fördert den Dialog mit Stakeholdern, schafft Vertrauen und Klarheit – schließlich müssen sich zwitschernde Firmen auf 140 Zeichen präzise ausdrücken. So ist der Informationsgehalt unter Umständen höher als in vielen anderen Kommunikationsinstrumenten. Und angesichts der zurzeit wenigen Firmen, die dieses Medium zu nutzen wissen, ist die Gelegenheit günstig, einzusteigen und seine Online-Reputation zu stärken.

Schon der angehende US-Präsident Barack Obama hat twitter im Wahlkampf genutzt. Ein kleiner Teil seines Erfolgs ist sicher auch dieser Maßnahme zuzuschreiben. Wenn sich die Welt schon nicht in 140 Zeichen erklären lässt, dann lässt sie sich zumindest dadurch ein Stück weit verändern.


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2 comments
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  1. Irgendwo hab ich das gelesen und das überrascht mich nicht, das klingt sehr logisch.

  2. ccccccccccccccccccccccccccooooooooooooooooooooooooooooooollllllllllllllllllllllllllllllllllll!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Im loven in it!

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