Interne Kommunikation grün revolutionieren
Aug 28th, 2009 | By Ayenegbe Stephen | Category: Branchenreport | Trackback URLIn den vergangenen Monaten hat sich bei der täglichen PR-Arbeit (besonders bei den namhaften internationalen Unternehmen) ein Trend herauskristallisiert: die verstärkte Betonung des Themas ‘Nachhaltigkeit’ in der externen Kommunikation. Egal, ob Automobilhersteller, Chemiekonzern, Softwareunternehmen oder Beschichtungsspezialist: Neue Produkte zeichnen sich heute besonders durch ihre Umweltverträglichkeit aus – oder tragen sogar aktiv zu einer sauberen Gegenwart bei. Große Prestigeobjekte wie ‘Desertec’, das Visionen von einem mit Solarstrom versorgten Europa und einem autarken Nordafrika hervorruft, wirken sich natürlich auch positiv auf Image und Marke der beteiligten Unternehmen aus. Das Besondere war bislang die Gewissheit, dass das Umweltbewusstsein in der alten Welt zu Hause ist. Aber: Die USA sind derzeit ein Land im Wandel und holen – wenn man den Ausführungen des amerikanischen Branchenreports PR News Glauben schenkt – im Bereich der grünen Kommunikation in großen Schritten auf.
Untersuchungen, inwieweit sich ein umweltverträgliches Unternehmensziel auf die Mitarbeitermotivation auswirkt, sind hierzulande noch Mangelware. In den USA ergaben jüngste Umfragen allerdings, dass Angestellte sehr wohl einen genauen Blick auf die Nachhaltigkeit ihres Unternehmens werfen. So sagten sogar 81 Prozent der Befragten in einer Studie des weltweit führenden Anbieters von Videokonferenz-Systemen ‘Tandberg’, dass sie bei der Jobauswahl ein Unternehmen bevorzugen würden, das einen guten Ruf in Umweltfragen hat.
Dieses Wissen kann laut PR-News-Autor Robbin S. Goodman besonders für die interne Kommunikation wertvoll sein. Bezieht man die Angestellten stärker in die Ideenfindung und Entscheidungsprozesse beim Thema Nachhaltigkeit ein, können sich wertvolle Synergien ergeben. So konnte der IT-Pionier ‘Xerox’ zum Beispiel mit einem weltweit durchgeführten Projekt etwa sieben Millionen Dollar einsparen. Dieser finanzielle Vorteil wurde erreicht, weil das Unternehmen 580.000 Tonnen Müll vermied und 500.000 Kilowattstunden Strom eingesparte.
Ein weiteres Element könnte das Belohnen von Arbeitnehmern für umweltverträgliches Verhalten sein. Darunter fallen etwa Fahrgemeinschaften oder die Anfahrt zur Arbeit mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. So sammeln die Mitarbeiter Punkte, die sie letztendlich für Wellnessprogramme oder ähnliche Vorteile eintauschen können. Ein Punktegewinner könnte auch mit einem Spendenscheck für eine Organisation nach Wahl bedacht werden. Gleichzeitig fällt bei solchen Aktionen ein gutes Thema für die Mitarbeiterzeitung, das Intranet oder den Unternehmensblog an.
‘Ein großes Budget ist gar nicht notwendig, um Mitarbeiter zu involvieren’, konstatiert Goodman. Es würden demnach schon einfache Maßnahmen wie das Gründen eines ‘grünen Komitees’ ausreichen, um Mitarbeiter aktiv einzubinden. Ähnlich wie die in vielen Unternehmen vorhandenen QM-Beauftragten sorgt das Komitee dann für die Einhaltung und Umsetzung bestimmter Richtlinien. Statt der Qualitätssicherung steht hier natürlich Nachhaltigkeit auf dem Programm. ‘Die Vorteile gehen weit über das plakative Energie- und Geldsparen hinaus’, resümiert der Autor. Ohne viel Aufwand entstehen hier Vehikel für interne Kommunikation und Mitarbeitermotivation. Davon profitiert natürlich auch wieder das Image des Unternehmens – denn: Je attraktiver der Arbeitgeber desto größer der Bewerberpool aus klugen Köpfen.
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