Authentizität und Nachhaltigkeit durch ein offenes Ohr für die Mitarbeiter

Mar 11th, 2010 | By | Category: Branchenreport | Trackback URL

Ein größerer Bewerberpool an klugen Köpfen – das war vor etwa einem halben Jahr unsere Prognose für Unternehmen, die nicht nur bei der Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch bei der internen Kommunikation auf das Thema Nachhaltigkeit setzen. Die Argumentation stark vereinfacht: Mehr Engagement des Unternehmens und Involvierung der Mitarbeiter beim Thema Umweltschutz fördert die Motivation der Angestellten, erhöht das Unternehmensimage und macht so den Arbeitgeber attraktiver für neue Stellenbewerber. Auch das renommierte Online-Magazin GreenBiz.com hat sich mit der Frage ‘Warum Angestellte Teil aller ökologischen Maßnahmen sein sollten’ beschäftigt. Das Fazit fällt dabei ganz ähnlich aus, der Weg dorthin aber kennt einige alternative Maßnahmen und interessante Nebenwirkungen.

GreenBiz-Redakteur Kevin Moss bezieht sich in seinem Artikel auf eine jüngst erschienene Studie der US-amerikanischen National Environmental Education Foundation (NEEF). Die Umweltorganisation wurde im Jahre 1990 auf Initiative des Parlaments der Vereinigten Staaten gegründet und blickt damit auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurück. Im Zentrum der Tätigkeiten stehen Lehrprogramme für Schulen und die Aufklärung von Privatpersonen und Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit und ökologischem Handeln. Besonders für den wirtschaftlichen Bereich hält die Studie laut Moss eine Vielzahl von Vorteilen durch die Umsetzung umweltschonender Maßnahmen bereit: ‘… these business benefits include improving operational efficiency, strengthening customer and community relations, innovation, supply chain management, and attracting and retraining employees.’ Neben den schon erwähnten positiven Effekten innerhalb des Unternehmens sieht die NEEF demnach auch Verbesserungen in den Beziehungen zu Kunden und Anrainergemeinde (Corporate Image), die Herausstellung des eigenen Innovationspotentials und eine höhere Effektivität beim alltäglichen Betrieb und der Unternehmensversorgung.

Bislang noch wenig beleuchtet war die Beeinflussung der Maßnahmen auf die Mitarbeiter selber. Umweltschutz hört schließlich nicht vor dem Büro oder dem Werkstor auf. So beschreibt Moss, dass viele ökologisch geschulte Angestellte mit ihrem geänderten Verhalten positiven Einfluss auf Kunden und Kollegen nehmen können. Außerdem wird das Wissen vielfach auch in den privaten vier Wänden angewandt (Stichwort: Mülltrennung). Unternehmen wie die British Telecom oder Hewlett Packard unterstützen ihre Mitarbeiter zudem mit Förderprogrammen, etwa wenn eine Solaranlage auf dem heimischen Dach installiert werden soll. Wie in allen Bereichen der Kommunikation sind auch bei ökologischen Maßnahmen im Betrieb Kohärenz und Authentizität grundlegende Voraussetzung für den Erfolg. Das machen nicht zuletzt die genannten Beispiele deutlich. Man wird natürlich immer stärker an den Dingen gemessen, die man tatsächlich umsetzt, als an denen, die man kommuniziert.

‘What would you think of an IT company building a solar installation on top of an inefficiently run data center?’, fragt der Autor deshalb rhetorisch, um im nächsten Satz deutlich zu machen, dass so ein Beispiel einer wenig durchdachten Maßnahme in der Praxis nicht selten ist: ‘…this is a plausible scenario in the absence of the involvement and coordinated efforts of employees throughout the company.’ Hätte man die Kollegen involviert, wäre das Ganze wohl ganzheitlicher umgesetzt worden. In den USA gibt es genaue Ziffern, wie viel Unternehmen ihre Mitarbeiter mit ins Boot holen. Die im Februar erschienene Studie Employee Engagement Survey des Online-Projektes ‘Brighter Planet’ bestätigt, dass eine ‘ermutigend hohe Anzahl von Organisationen bereits erste Schritte unternommen haben, auf die Unterstützung ihrer Angestellten beim Erreichen des Ziels Nachhaltigkeit zu setzen.’ Allerdings haben das bislang nur 14 Prozent der untersuchten Unternehmen in ihrer Firmenphilosophie fest verankert. Die Hauptargumente dafür liegen laut Studie häufig darin, dass Unternehmen Maßnahmen lediglich für Marketingzwecke oder den Erhalt der Mitarbeiter umsetzen. Authentizität und Nachhaltigkeit verlangen da natürlich nach mehr. Kevin Moss hat dazu ein schönes Schlusswort: ‘However, we still have work to do.’ Packen wir’s also an…


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