Gegengelesen: ‘Whatever Happened to Marketing Strategy?’

Aug 13th, 2010 | By | Category: Branchenreport | Trackback URL

‘Yet, if you look around, you see wasted effort, tactical thinking and reactionary measures.’ (Michael Brenner)

Social Media ist spätestens in diesem Jahr voll im Mainstream der Kommunikations- und Medienbranche angekommen. Kaum eine Studie beschwört nicht die großen Chancen und Möglichkeiten, die durch Twitter, Facebook und Co. entstehen. Dabei ist egal, ob die Befragten Journalisten, Kommunikationsberater oder Marketingmanager aus Unternehmen sind. Wirklich jeder kann dem Thema irgendetwas abgewinnen. Bei aller Euphorie für das Neue wird aber schnell das Wesentliche vergessen. So vernimmt man immer stärker die Stimmen derer, die nach dem wirtschaftlichen Nutzen fragen. Ein Return on Investment kurz ROI fordern da die ‘Erbsen zählenden Spielverderber’. ‘Was springt für mich dabei raus?’ hört man sie in Manier eines Hollywoodschurken fragen. Ein viel wichtigerer Punkt aber wird selten hinterfragt: die eigentliche Strategie hinter den Maßnahmen. ‘Whatever Happened to Marketing Strategy?’ fragt so auch der B2B-Marketing-Experte Michael Brenner in seinem Blogbeitrag auf dem Fachportal ‘Social Media Today’. Sein Anliegen: strategische Konzepte im Vorfeld entwickeln, anstatt nur zu reagieren, wenn es schon fast zu spät ist.

Es sollen also im Voraus die Ziele des Social-Media-Marketings festgelegt und kommuniziert werden, am besten schriftlich. Um diese Ziele zu erreichen, muss man sich eine gute Strategie überlegen. Die Strategie wiederum führt zu einem Plan, der genau festlegt, wer wann für was verantwortlich ist. Letztendlich gilt es, die Umsetzung zu überwachen und gegebenenfalls anzupassen – es handelt sich also um klassische Konzeptionierung.

It’s not that companies tweet or post photos to flickr that is behind their success; it’s the fact that these efforts further their overall strategy of content creation, customer acquisition, and product positioning.’

Ein Twitter-Account ist keine Social-Media-Strategie’ bringt es Brenner noch einmal auf den Punkt. Tweets, Flickr-Uploads und Facebookeinträge sind nicht der Schlüssel zum Erfolg, sondern nur Bausteine einer Strategie zur Kundengewinnung und Produktplatzierung. Es sollte demnach nie an einem guten Plan fehlen und man muss in der Lage sein, diesen zu formulieren. Auch wenn man sich denken kann, dass der Autor ohne diese Maßnahmen ein mühevolles und dennoch zielloses Beackern der unterschiedlichen neumedialen Plattformen befürchtet, fehlt dem Artikel doch genau das, was er selbst fordert: das Formulieren und Benennen einer wasserdichten Argumentation FÜR die Strategieentwicklung im Vorfeld. Die Frage ‘Warum ist ein Plan so wichtig?’ wird nur unzureichend erläutert. Es bleibt dennoch ein Gedanke, der es wert ist, weitergedacht zu werden.


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