Kommunikation (kosten-) frei und grenzenlos
Jun 17th, 2010 | By Ayenegbe Stephen | Category: Branchenreport | Trackback URLSocial Media und Online-PR werden von Kommunikationsarbeitern heute häufig als nützliches Beiwerk zu klassischen Maßnahmen gesehen. Gerade für Organisationen, die nur kleine oder sogar gar keine Budgets für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung haben, kann Online-Kommunikation jedoch auch als zentrales Mittel erfolgversprechend sein. Unsere amerikanische PR-Kollegin Lisa Wilmore hat das in einem Blogartikel jüngst beschrieben. Große Budgets schaffen laut ihr Freiräume für ausgefeilte und bis ins Detail durchdachte Strategien. Ist kein Geld vorhanden, kann man sich aber mit Kreativität, gesundem Menschenverstand und frei verfügbaren Werkzeugen aushelfen.
Dominoeffekt der Zeitungskrise
Die klassische PR leidet heute unter den Auswirkungen der anhaltenden Medienkrise. Redaktionen verkleinern ihr Stammpersonal und können so nicht mehr jedes Pressegespräch wahrnehmen. Zeitungen und Magazine geben Flächen, die für (kostenlose PR-) Meldungen eingeräumt wurde, vermehrt für (bezahlte) Werbeanzeigen auf. Die klassischen Medien sind als Träger für PR-Botschaften unsicherer und für Nobodies unzugänglicher geworden. Ein Blick auf Social Media macht daher Sinn, zumal das Internet als wichtige Informationsquelle für immer mehr Menschen ins Zentrum rückt.
Welche Möglichkeiten gibt es also auf unkonventionellen Wegen, die Zielgruppen zu erreichen? Sowohl national als auch international bieten unzählige Portale das Einstellen von Pressemeldungen kostenlos an. In Deutschland gehört etwa openPR zu den bekanntesten Onlineverteilern. Klamme Vereine oder Non-Profit-Organisationen müssen aus Kostengründen auch nicht auf eine zentrale Anlaufstelle im Netz verzichten. Statt einer durchgestylten Homepage reicht unter Umständen schon ein fix aufgesetzter Weblog. Werbeclips können mit etwas Phantasie und technischem Verständnis selbst gedreht und auf Videoportalen wie YouTube hochgeladen werden. Für Podcasts wiederum gibt es Online-Dienste wie BlogTalkRadio.com.
Auf soziale Netzwerke geht Lisa Wilmore in ihrem Artikel leider nicht en détail ein. Dabei bieten aber gerade Plattformen wie Facebook mit ihren Fanseiten, Usergruppen und der direkten Vernetzungsmöglichkeit ein optimales Terrain, schnell und direkt in den Dialog mit potentiellen Interessenten zu kommen. Updates zu bestimmten Ereignissen wiederum lassen sich perfekt mit dem Kurznachrichtendienst Twitter bereitstellen. Ganz kostenlos ist der ganze Spaß natürlich trotzdem nicht. Benötigt wird immer noch Know-how und Arbeitszeit, um die einzelnen Kanäle mit Inhalten zu füttern. Aber wenn man auf der technischen Seite spart, kann man für gute Inhalte bei Bedarf – und insbesondere am Anfang – auf Profis zurückgreifen.

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