Grammatik oder ‘Die Kunst des Lesens und Schreibens’: Artikelwörter, mal wieder
Aug 5th, 2010 | By Eva Skalsky | Category: Gedankendialog | Trackback URLLeidiges Thema für Deutschlernende sind ja die Artikel. Warum braucht die deutsche Sprache drei bestimmte Artikel, wenn das Englische beispielsweise hervorragend mit einem auskommt? Und nicht nur Deutschlernende, sondern auch die Instanzen schlechthin in Grammatikfragen – Duden und Wahrig – lassen in Ausnahmefällen, meist Lehnworte, zwei Artikel gelten: das/ der Event, die/das E-Mail, das/der Joghurt. Und als wäre das Dilemma nicht schon groß genug, gibt es auch noch Substantive, bei denen der Artikel eine Bedeutungsänderung anzeigt: der/die Paprika, der/die Leiter, der/die See, um nur einige wenige zu nennen. Im Englischen muss die Bedeutung dann mangels aufklärenden Artikels entsprechend im Kontext erkannt werden – und wird sie erstaunlicherweise auch meistens. Frag da nur ich mich: ‘Für was der ganze Hokuspokus im Deutschen?’
Besonders bei Markennamen kommt es bisweilen zu heftigen Diskussionen: das Nutella, die/ das Aspirin, die Elmex, das König der Biere?! Nicht einfach, fand auch der Zwiebelfisch und rät bei der Wahl des Artikels eines Produktnamens: ‘Klarheit darüber verschaffen, was das Produkt darstellt.‘ Hilft auch das nicht weiter, halte ich es persönlich des lieben Friedens Willen wie die Herren Wahrig und Duden und lass auch gerne mehrere Artikel gelten: Iss du dein Duplo (das Naschwerk, der Riegel, die Praline), ich ess’ meins, zur Not auch ohne Artikel und gerne ohne Diskussion.
Apropos ohne Artikel: Trotz der Gepflogenheit den Hans auf dem Weg zum Bahnhof bei der Inge vorbeizuschicken, um ihr die geliehene Einkaufstüte zurückzugeben, werden Personennamen ‘laut Lehrbuch nur dann mit Artikel gebraucht, wenn vor dem Namen ein Adjektiv steht.‘ Dass es sich in der gesprochenen Sprache doch oft anders verhält, lässt sich laut Wikipedia u.U. darauf zurückführen, dass Artikel über Familiennamen eindrangen, die eigentlich Berufsbezeichnungen waren (der Müller, der Schneider, etc.) Sehr charmant kommen nach einer gewissen Gewöhnung auch die Saarländer daher: ‘Ja, und s’Eva, was macht’s denn?’ S’Eva fragt sich, ob sich das Neutrum bei Frauennamen wohl über das Mädchen eingeschlichen hat, aber dazu andernorts…
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