Sprache – gesprochene und geschriebene Vielfalt

Jun 7th, 2010 | By | Category: Gedankendialog | Trackback URL

Während das Deutsche bereits als geschriebene Standardsprache immer wieder mit Überraschungen, Kuriositäten und Stolperfallen aufwartet, kommt meiner Ansicht nach das dicke Ende ja besonders in der gesprochenen Sprache. Nicht zuletzt ist es die gesprochene Sprache, die dafür sorgt, dass sich Sprache wandelt, dass Wortschöpfungen ihren Weg in die Nachschlagwerke finden bzw. als veraltet wahrgenommen werden. Wenn die Menschen reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, wird man hin und wieder geholfen* oder man schnappt sich seine Bodybag und geht zum Public Viewing**. Warum? Naja, weil das ist halt so!***

Während manchen Ausdrücken und Konstruktionen eine kurze Lebenszeit als Mode-Erscheinung beschieden ist, haben sich andere bereits in Mitmach-Initiativen wie Wikipedia und sogar in den Rechtschreibbibeln etabliert.

Doch damit hat die gesprochene Sprache ihre Trümpfe noch nicht ausgespielt. Wer die deutschen Lande von Nord nach Süd und von West nach Ost durchquert, dem kommt noch eine andere Eigenheit zu Gehör: genau, der Dialekt. Mal von regional verwendeten Begriffen abgesehen, ist es nicht selten der Dialekt, der die Herkunft, den langjährigen Wohnort oder die empfundene Zugehörigkeit eines Menschen preisgibt. Im Rahmen der Ausstellung ‘Herzliche Grüße’ hat das Goethe-Institut einzelne Passagen von Wilhelm Buschs ‘Max und Moritz’ von Dialektsprechern vorlesen lassen. Eine Reise in die Welt von zwei Lausbuben sowie in die dialektische Vielfalt Deutschlands: bitte sehr!

* Wer hat’s gesagt?
** Beides reichlich morbid angehauchte Scheinanglizismen, die ursprünglich einen Leichensack und die öffentliche Aufbahrung der Toten bezeichneten
*** Oder weil das so und nicht anders ist?
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