#tc10: Lebt die ‘Marke’ oder ist sie schon längst tot?

Jan 25th, 2010 | By Benjamin Knöfler | Category: Ganz geschäftlich / Hauspost, Leitartikel | Trackback URL

In Eichstätt kamen am vergangenen Wochenende über 100 Touristiker aller Genres zusammen, um gemeinsam aktuelle Trends und Themen ihrer Branche zu diskutieren. Beim 3. Tourismuscamp, veranstaltet von Prof. Dr. Hans Hopfinger (Universität  Eichstätt) und den drei Köpfen von Tourismuszukunft, einem Institut für eTourismus, konnte kontrovers diskutiert werden, um so gemeinsam neu Lösungsansätze und Ideen für die eigene Arbeit zu entwickeln. Das Tourismuscamp wird traditionelle nach den Barcamp-Regeln veranstaltet. Barcamps sind international vernetzte Unkonferenzen – offene, partizipative Veranstaltungen, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern, nicht vom Veranstalter bestimmt werden.

Klar, dass auch ich die Gelegenheit nutze, um ein bereits beim Castlecamp 2009 in Zell am See-Kaprun diskutiertes Thema weiter zu vertiefen, das mir bis heute unter den Nägeln brennt. Damals wurde die ketzerische Frage ‘Ist die Marke tot?’ aufgeworfen. In Zeiten von Social Media und der damit verbundenen Öffnung gegenüber dem Konsumenten ein berechtigter Ansatzpunkt. Jeder in Marketing, Werbung und PR sollte sich Gedanken darüber machen, wie viel die ‘Marke’ in der heutigen Zeit noch Wert sein kann und darf. Da wir nicht ausschließlich touristische Unternehmen betreuen, fand ich auch die Frage spannend, inwieweit sich die Markendiskussion pauschalisieren lässt und so die diskutierten Ansätze für alle Branchen anwendbar gemacht werden können.

Nach Anlaufschwierigkeiten, die mangels Vorbereitungsmöglichkeiten bei einem Barcamp wohl Usus sind, ergab sich eine spannende Diskussion, die in meiner Mitschrift zusammengefasst ist. Das Fazit des kurzen Marken-Brainstormings: Der User/Konsument entscheidet heute über den Wert der Marke. Die Marke ist tot, wenn der Kunde es will. Spannend daran ist, dass sich alle Diskussionsteilnehmer weitgehend einig waren, dass durch die zunehmende Vernetzung im Web 2.0 der Markeninhaber nur noch prägend eingreifen kann, Marken jedoch nicht tatsächlich bilden kann, wie dies noch vor wenigen Jahren im Regelfall praktiziert wurde.

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