Digitales Erwachen am bayerischen Untermain
Apr 13th, 2010 | By Ayenegbe Stephen | Category: Aus der Region | Trackback URLGenau zwei Jahre ist es nun her, seit sich die Gemeinde Niedernberg mit ansässigen Unternehmen an einen Tisch gesetzt hat, um über eine Partnerschaft für die Anbindung des örtlichen Industriegebietes an das Glasfasernetz der Deutschen Telekom zu verhandeln. Dem Großteil der Unternehmer waren die Bedeutung und Vorteile eines Zugangs zum Breitbandnetz von Beginn an klar. Bemerkenswert war aber das Verständnis der Gemeinde, die erkannte, dass mit dieser Investition der Wirtschaftsstandort Niedernberg nicht nur die bereits beheimateten Unternehmen binden kann, sondern auch für Neuansiedlungen attraktiver wird. Dass der Niedernberger Gemeinderat nicht mit dem allzu häufigen ‘Brauchmer net’ reagiert hat, dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass hier bis zu seiner Insolvenz im Jahr 2002 das große deutsche Systemhaus M+S Elektronik AG niedergelassen war. Die ehemaligen Firmengebäude der ehemaligen IT-Größe – heute unter dem Synonym ‘Businesspark Untermain’ bekannt – sind mittlerweile Heimat vieler junger, dynamischer Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Kein Wunder also, dass vom Beginn den Verhandlungen zwischen Wirtschaft, Kommune und Deutscher Telekom über den kommunalen Abstimmungsprozess bis zur Bereitstellung der Anschlüsse durch die Telekom gerade einmal etwas mehr als zwölf Monate vergingen.
Auch in den klassischen Branchen setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, wie wichtig die Anbindung der Wirtschaft an leistungsfähige Internetzugänge, aber auch die Präsenz der Unternehmen im Web selbst ist. Kommunikation findet immer stärker über das Internet statt – sei es zum Datenaustausch und Briefverkehr oder zu telefonischen (Video-) Konferenzen mit Partnern auf der ganzen Welt. In diesem Zusammenhang sprach sich auch der Präsident der Aschaffenburger Industrie- und Handelskammer (IHK) Martin Suffel in einem Editorial deutlich für ‘eine funktionierende Datenautobahn’ aus. Suffel räumt dem Breitbandnetz in seiner Ausführung einen ähnlichen Stellenwert wie dem Verkehrsnetz ein. Im gleichen Atemzug rät er den Kommunen, ‘sich auch der Organisation dieser Infrastruktur’ anzunehmen, um für Unternehmen, aber auch für Anwohner attraktiv zu bleiben. Gleichzeitig versichert der IHK-Präsident, dass sich auch seine Kammer in Zukunft aktiv beim Schließen der weißen Flächen auf der Breitbandlandkarte beteiligen wird. Generell scheint es fast so, als stünde die gesamte Region vor einer Art des digitalen Erwachens, ist die IHK doch auch Mitorganisator der kommenden ‘Aschaffenburger IT-Tage’.
Unter dem Motto ‘Drei Abende – sechs Themen’ will das ‘IT-Netz Bayerischer Untermain’ in Kooperation mit der IHK jeweils am 20., 22. und 27. April über aktuelle Trends informieren und diskutieren. Web 2.0 und Social Media findet man unter den Programmpunkten genauso wie die Themen E-Commerce sowie Mobile und Cloud Computing. Schon unsere letzten Gespräche mit Unternehmen aus IT-fernen Bereichen, etwa auf der ITB in Berlin, haben gezeigt, dass es gerade hier viel Interesse, aber auch Aufklärungsbedarf gibt. Wer es also nicht zu den IT-Tagen schafft, kann sich besonders bei Fragen zur Kommunikation mit neuen Medien auch direkt an uns wenden…

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