Ende der wirtschaftlichen Eiszeit am bayerischen Untermain
Jan 22nd, 2010 | By Ayenegbe Stephen | Category: Aus der Region | Trackback URLWer in den letzten Tagen aus dem Fenster gesehen hat, konnte eine erfreuliche Entdeckung machen: Nach grauen Wochen sibirischer Kälte gingen erste Sonnenstrahlen ans Werk, den Tauvorgang der eisigen Überreste deutlich zu beschleunigen. Wie orchestriert wirken da die Ergebnisse der letzten Geschäftsklimaumfrage der Aschaffenburger Industrie- und Handelskammer (IHK). Demnach scheint sich auch wirtschaftlich die Schlechtwetterfront am bayerischen Untermain zu lichten – zumindest in langsamen Schritten. Dem post-eiszeitlichen Enthusiasmus gibt IHK-Präsident Martin Suffel allerdings auch gleich wieder einen Dämpfer. ‘Wer geglaubt hat, dass es schon 2010 so weitergeht wie vor der Krise, den muss ich enttäuschen.’ Allerdings wäre ohne den Eingriff der Regierungen und Zentralbanken laut Suffel die Lage heute wohl deutlich schlechter.
In welchem Maße sich die Barometerschwankung nach oben auswirkt, unterscheidet sich je nach Branche erheblich. So kann die IHK im Maschinenbau und den maschinenbaunahen Industrie- und Gewerbebetrieben seit Herbst des vergangenen Jahres kaum eine Steigerung des Auftragsvolumens feststellen. Nichtsdestotrotz setzt sich bei den Unternehmen in diesem Bereich vermehrt die Hoffnung durch, dass die Wirtschaft wieder an Schwung gewinnt. 70 Prozent der Unternehmen planen ihre Beschäftigten zu halten, fünf Prozent rechnen sogar mit Neueinstellungen.
Ungebrochen gute Stimmung gibt es hingegen im Einzel- und Großhandel, obwohl man sich der Gefahr eines Nachfragerückgangs bewusst ist. Im Baugewerbe kann man die Feierlaune aufgrund besserer Zahlen durch das gestiegene Auftragsvolumen im öffentlichen Bau auch faktisch begründen. Und der Dienstleistungsbereich? Hier ‘zeigt sich inzwischen die eine oder andere Wolke am Konjunkturhimmel’ wie die Geschäftsklimaumfrage ausweist. Kein anderes Gewerbe ist so abhängig vom Wohlbefinden der Volkswirtschaft wie dieses Segment. Grund zur Sorge gibt es aber keinesfalls. Ein Blick aus dem Fenster nährt die Gewissheit: Nach jeder Schlechtwetterperiode folgt der Sonnenschein – manchmal sogar früher als erwartet…

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